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Erfahren Sie mehr über die Ursprünge und die Geschichte einer der schönsten Festungen in Spanien arabischer Herkunft, die um das Jahr 740 erbaut wurden.

Lernen Sie die Ursprünge und die Geschichte einer der wundervollsten Festungen Spaniens kennen, die arabischen Ursprungs ist und um das Jahr 740 erbaut wurde.

Die in der Provinz von Córdoba gelegene Ortschaft Almodóvar del Río hatte wegen ihrer strategischen Lage große Bedeutung bei der Verteidigung Córdobas. Denn sie liegt auf einer 252 Meter hohen Anhöhe am Fluss Guadalquivir, der in jener Epoche für kleinere Schiffe schiffbar war. Spuren der verschiedensten Kulturen, unter ihnen die muslimische und christliche, haben den architektonischen Stil dieses unvergleichlichen Bauwerks gekennzeichnet. Im Jahr 756 wurde die Festung zum Herrschaftssitz des arabischen Prinzen Al’delMalik Ben Qatan und ab 758 ging es während der Regierungszeit von Abderraman I. in den Besitz des Emirats von Córdoba über.

Im 9. Jahrhundert ist Almodóvar del Río unter dem Namen Almudawar Al-Adna bekannt und das Kastell hieß Castillo de Almudawar. Während des 10. Jahrhunderts war es völlig mit dem Kalifat von Córdoba verbunden, später im 11. und 12. Jahrhundert ging es in den Besitz des Taifa-Königreichs von Carmona, anschließend in den Besitz des Taifa-Königreichs von Sevilla und letztendlich in den Besitz der Almohaden über.

Der maurische König Abed Mohammed de Baeza stirbt im Jahr 1226 vor den Toren der Burg. In diesem Jahr fällt die Festung in die Hände der Christen, als sie an Fernando III., genannt „Der Heilige“ übergeben wird. Seitdem wurde das Kastell durch die kastilischen Könige, Don Pedro I. von Kastilien und Enrique II. von Trastámara, nach und nach immer wieder erweitert. Ebenso Alfonso XI. „der Rächer“ und auch Pedro I. „der Grausame“ tragen ihren Teil zu besagten Erweiterungen bei.

Das Castillo de Almodóvar war Zeuge vieler Ereignisse während der langen Zeit seiner Geschichte. Seine Mauern dienten als Gefängnis für Personen wie Doña Juana de Lara (Ehefrau des Infanten Don Tello, Halbbruder von König Pedro I.), Aufbewahrungsort für die Schätze des Königreiches Kastilien und seine Verliese waren unerschütterlicher Zeuge des Todeskampfes berühmter Gefangener, wie der erste Herzog de Benavente. Neben anderen hatten die Burgvögte Don Alfonso Díaz de Vargas, Diego Fernández de Córdova und Gonzalo Fernández de Córdova Anteil an seiner Geschichte.

Al-Mudawar Al-Adna änderte seinen Namen in Almodóvar del Río, Gemeinde in der Provinz von Córdoba, in der eine der schönsten und am besten erhaltenen Festungen Spaniens liegt.

Der zwölfte Graf de Torralva

Don Rafael Desmaissières y Farina, Eigentümer und Restaurator des Castillo de Almodóvar

Don Rafael Desmaissières y Farina wird im Jahr 1853 geboren. Seine Eltern sind Don Miguel Angel Desmaissières Fernández de Santillan undDoña Josefa Farina Plasencia. Er erbt den Titel neunter Marquis de la Motilla und zwölfter Graf de Torralva im Alter von 29 Jahren. Seine Neugier und Unruhe ließen ihn für die damalige Epoche weite Reisen unternehmen, mit Zielen wie New York oder Japan, über die er zahlreiche Notizen in seinen Reisetagebüchern festhielt. Ebenso fotografierte er alle Winkel, die er bereiste. Ein Teil diese Vermächtnisses kann in seinem nachgebildeten Studierzimmer im Kastell besichtigt werden. Er erwarb auch für die Epoche völlig neue Apparate, wie ein Velo und all die Erfindungen, die sein anhaltendes Interesse weckten. Aus seiner Unruhe heraus gründete er auch den ersten Ruderclub am Fluss Guadalquivir. Diesem widmete er sich abwechselnd zum Theater und den bereits erwähnten Reisen.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts unternimmt der neue Graf de Torralva die ersten Besuche der Festung von Almodóvar, gemeinsam mit seinem guten Freund, dem renommierten Architekten, Don Adolfo Fernández Casanova, um den Zustand des Baus zu prüfen. Unter dem Eindruck des Verfalls und ruinösen Zustands dieser wunderbaren Festung und sich der Bedeutung, die sie für die Geschichte Andalusiens und Spaniens hat, entschließen sie sich, das größte Projekt ihres Lebens in Angriff zu nehmen. Sie widmen ihre ganze Zeit und Geld, um die Festung wieder zu dem beeindruckenden Bauwerk zu machen, das heute die Anhöhe der Ortschaft Almodóvar del Rio krönt.

Die Arbeiten beginnen 1901.Die ersten Tätigkeiten bestanden im Bau eines Weges mit Hilfe von Bohrern und Dynamit, denn das Kastell verfügte über keinen Zugang. Es ist der erste Schritt, um mit dem Transport der enormen Steinblöcke beginnen zu können, die zur Restaurierung der Mauern, Zinnen und Türme benötigt werden.Ca. 6000 m³ unterschiedlichsten Steinbruchs wurden während der Restaurierung gebraucht. So beginnt die Restaurierungsarbeit, die bis zum Beginn des spanischen Bürgerkriegs dauert. Um die 800 Arbeiter arbeiteten daran, dieses Bauwerk in 36 Jahren wieder aufzubauen. Trotz der wirtschaftlichen Krise, die das Land erlebte, trotz des Zweiten Weltkrieges und der ständigen, politischen Wechsel trug der Graf de Torralva während der Zeit des Wiederaufbaus für viele Jahre zur wirtschaftlichen Stabilität der Ortschaft Almodóvar durch die fast 240.000 Tagelöhne, die in die Arbeiten investiert wurden, bei. Während mehr als einem viertel Jahrhundert nimmt fast der gesamte Ort Almodóvar an den Restaurierungsarbeiten teil und somit an der Erhaltung des kulturellen Erbes und der Geschichte der Provinz.

Leider erlebten weder der Architekt, Don Adolfo Fernández Casanova noch der Graf de Torralva selbst die Beendigung ihres Projektes, da sie im Jahr 1915 beziehungsweise 1932 starben. Vielleicht konnte der Graf von Torralva etwas von der Bedeutung seines Werkes erahnen und dass das Resultat einmal Ziel zahlreicher Besucher aus Spanien und vielen anderen Länder sein würde und so den Ort Almodóvar wieder in den Mittelpunkt des Interesses stellt und sich bis heute auswirkt.

D.ADOLFO FERNÁNDEZ CASANOVA

Architekt beim Wiederaufbau des Castillo de Almodóvar

Don Adolfo Fernández Casanova wird in Pamplona am 14 Januar1844 geboren. Er stirbt am 11. August 1915 im Alter von 71 Jahren. Er war verheiratet mit Doña Saturina de Torre y Saldaña und hinterließ keine Erben. Er erwarb die Hochschulreife in Valladolid und bereitete sich zugleich auf den Titel des Baumeisters und Landvermessers vor. Diesen Titel erwarb er 1861.Zwei Jahre später begann er sein Studium an der Hochschule für Architektur in Madrid und erwarb 1871 den Titel des Architekten.

Er war Gemeindearchitekt von Alcalá de Henares bis 1873 und von da an bis 1877 Architekt der Provinz von Valladolid.
In diesem letzen Jahr, am 21. März, erhielt er den Lehrstuhl für Perspektiven und Schatten und Stereotomie an der Hochschule für Architektur in Madrid, den er bis zum 04. September 1914 innehatte, um dann auf eigenen Wunsch in den Ruhestand versetzt zu werden.

Am 14. September 1881 wurde er zum Leiter der Restaurierungsarbeiten der Kathedrale von Sevilla ernannt, zog in diese Stadt und wohnte dort bis zum 28. November 1889. Danach kehrte er nach Madrid zurück.

Am 24. Januar 1898 wurde er zum Vorstandsmitglied des Beratungsgremiums für Urbanisierung und Bauarbeiten des Ministeriums für Lokalregierung ernannt. Am 19. August 1909, Vorstandsmitglied des Gremiums für Wohnungsbau und Inspektor des Bereichs. Diese Aufgaben übte er bis zu seinem Tode aus.

Er war 1875 Akademiemitglied der Provincial de Valladolid und 1888 Akademiemitglied der Real Sevillana de Buenas letras.

Am 23. Februar 1892 wurde er Akademiemitglied der Real Academia de Bellas Artes de San Fernando, durch den freien Sitz von Don Simeón Ávalos.I 1913 erhielt er die Ehrenmitgliedschaft der Real de la Historia, durch den frei gewordenen Sitz von Don Joaquín Maldonado Macanaz.

Am 21. Juni 1907 wurde er vom Ministerium für öffentliche Bildung und die schönen Künste dazu bestimmt, einen Katalog über die Bauwerke der Provinz von Sevilla zu erstellen. Er führte diese Aufgabe bis zum 09. Mai 1910 aus, beendetet sie und sie wurde von der Obrigkeit genehmigt.

Er erhielt die Silbermedaille der Ausstellung von Madrid 1871.

Bei der Erledigung seiner Aufgaben als Architekt der Provinz von Valladolid verdiente er eine Auszeichnung. Die Anordnung, dass sein Name auf einem Stein der Brücke Puente de Quintanilla de Duero vermerkt würde, die er rekonstruiert hat.

Er trug den Orden de Isabel la Católica ab dem 10. April 1886 und den Orden de Alfonso XII ab dem 01. Juli 1902, ab dem 23. Februar 1911 das Große Kreuz des letzteren Ordens.

Wichtigste architektonische Arbeiten, die er leitete:
In Alcalá de Henares, den Rathaussaal, die Kapelle des Friedhofs, die Wasserleitungen der Stadt.
Als Architekt von Valladolid, das Kreistagsgebäude, der Umbau der alten, bereits erwähnten Brücke Puente de Quintanilla del Duero, zahlreiche Wege, Brücken und Kanäle etc.

In der Kathedrale von Sevilla, die Rekonstruktion der Pfeiler und des Gewölbes, die Restaurierung und der Schutz der Giralda, das südliche und nördliche Giebelportal, die zu seinem Tod fertiggestellt wurden.

Als Privatarchitekt war seine wichtigste Arbeit die Restaurierung des Castillo de Almodóvar del Río in Córdoba, im Besitz des Don Rafael Desmaissières y Farina, des zwölften Grafs de Torralva. Begonnen im Jahr 1898 und er starb, ohne die Beendigung mitzuerleben, da die Arbeiten bis zum Spanischen Bürgerkrieg andauerten und er 1915 verstarb.

Er veröffentlichte zahlreiche Publikationen und historische Schriften, unter ihnen:
– Memoria sobre las causas del hundimiento de la Catedral de Sevilla (1888).
– La Catedral de Ávila (1914).
– Proyecto de restauración de la Iglesia Visigoda de San Juan de Baños (1881).
– Catálogo monumental de la provincia de Sevilla.
– Castillos, recintos de Ciudades e iglesias fortificadas de España.
– Guía de los monumentos históricos y artísticos de la provincia de Sevilla (1911).
– Memoria sobre la reconstrucción de la Basílica de San Isidoro de Ávila.
– Necrópolis prehistórica de Carmona (1893).
– Informe sobre la reparación de la catedral de Palencia (1910).
– Descubrimientos arqueológicos en Carmona tomo XLIX.
– La Catedral de Tarragona.
– El Acueducto de los Pilares en Oviedo, tomo LXVI.
– Restauración de la Catedral de Sevilla (1881-1882).
– El Castillo de la Mota en Medina del Campo (1904).
– Proyecto de Restauración del Castillo de Almodóvar del Río en 1903.

Durch seine Arbeit und technische Erfahrung als Architekt bei Restaurierungen war Don Alfonso Fernández Casanova zusammen mit dem Grafen de Torralva eine Schlüsselfigur bei der Restaurierung des Castillo de Almodóvar. Ohne seine Kenntnisse wäre die Vollendung des Wiederaufbaus dieses imposanten Bauwerks der Militärarchitektur nicht möglich gewesen.